📖 8 MinAktualisiert: 2026-01-03

Somatische Bewegung: Was ist das eigentlich?

Eine verständliche Einführung in Somatic Movement. Erfahre, was somatische Bewegung ist, woher sie kommt und wie sie wirkt.

Somatische Bewegung verstehen

Der Begriff "Somatik" kommt vom griechischen Wort "soma" - der Körper, wie er von innen erlebt wird. Somatische Bewegung ist daher Bewegung, die bewusst von innen wahrgenommen wird.

Die Grundidee

Bei somatischer Bewegung geht es nicht darum, wie eine Übung von außen aussieht. Es geht darum, wie sie sich von innen anfühlt. Dieser Unterschied ist fundamental:

Klassisches Training:

  • Fokus auf Form und Technik
  • Ziel: Stärker, flexibler, ausdauernder werden
  • Anweisung von außen
  • Leistungsorientiert

Somatische Bewegung:

  • Fokus auf innere Wahrnehmung
  • Ziel: Spannungen lösen, Bewusstsein schärfen
  • Impulse von innen
  • Prozessorientiert

Die Geschichte der Somatik

Thomas Hanna prägte den Begriff "Somatik" in den 1970er Jahren. Er entwickelte ein System, das heute als "Hanna Somatics" bekannt ist. Weitere wichtige Pioniere:

  • Moshe Feldenkrais - Feldenkrais-Methode
  • F.M. Alexander - Alexander-Technik
  • Ida Rolf - Rolfing
  • Bonnie Bainbridge Cohen - Body-Mind Centering

Wie wirkt somatische Bewegung?

1. Auf das Nervensystem

Langsame, bewusste Bewegungen aktivieren den Parasympathikus - den "Ruhe-und-Verdauungs"-Teil unseres Nervensystems. Das Gegenteil des Stress-Modus.

2. Auf die Muskulatur

Durch bewusstes Anspannen und Loslassen lernt der Körper, chronische Spannungen zu erkennen und aufzugeben. Thomas Hanna nannte dies "sensory-motor amnesia" - sensorisch-motorisches Vergessen.

3. Auf das Gehirn

Somatische Bewegung schafft neue neuronale Verbindungen. Das Gehirn lernt, den Körper wieder vollständig zu spüren und zu steuern.

Für wen ist Somatik geeignet?

Somatische Bewegung eignet sich besonders für Menschen mit:

  • Chronischen Verspannungen
  • Rückenschmerzen
  • Stress und Burnout
  • Bewegungseinschränkungen
  • Trauma-Erfahrungen
  • Dem Wunsch nach mehr Körperbewusstsein

Das Schöne: Es gibt keine Altersbegrenzung und keine körperlichen Voraussetzungen. Jeder kann somatische Bewegung praktizieren.

Der Unterschied zu Yoga

Oft werden Somatik und Yoga verwechselt. Der Hauptunterschied:

Yoga hat oft feste Formen (Asanas), die erreicht werden sollen. Der Körper passt sich der Form an.

Somatik hat keine festen Formen. Die Bewegung passt sich dem Körper an. Es gibt kein "richtig" oder "falsch" - nur Wahrnehmung.

Beide Ansätze können sich wunderbar ergänzen.

Themen in diesem Artikel:

Somatische BewegungSomatic MovementWas ist Somatik